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Wendenkopf
Auf der Gemarkung von Schriesheim auf etwa halbem Wege nach Altenbach liegt rechter Hand ein Ausläfer einer Bergkette des Sandstein-Odenwaldes namens Wendenkopf. Das hier befindliche Naturschutzgebiet wurde am 15.03.1939 ausgewiesen und ist 53,8 ha groß. Entgegen des Hauptaugenmerks der Schutzverordnung auf die interessante Geologie konzentriert sich diese Seite auf die Flora des Naturschutzgebietes. Eine Beschreibung der geologischen Eigenheiten folgt auf einer weiteren Seite.
Schon am Parkplatz südlich der Abfahrt nach Altenbach zeigte sich im august 2005 eine kleine Augenweide in Form einer kleinen vielseitigen Pflanzengesellschaft auf nur einem Quadratmeter. Es fand sich ein Großer Wiesenknopf, Wiesen-Storchschnabel, eine Leguminose, und mehr. Von diesem Parkplatz aus geht man über die Hauptverkehrsstraße leicht rechtsund dann den Waldweg rechts hoch um einige der hier gezeigten Arten leicht wieder zu finden.
Im August 2005 vorgefunden und vom Wegesrand aus immer gut zu betrachten waren: Der Wald-Geisbart, der seinen Standort hier typischer Weise in Hanglage in einer Schluchtähnlichen Umgebung findet. Einige Fotografien zu den im Folgenden erklärten Pflanzen finden sich demnächst auf unseren Seiten hier in einer Bildergalerie.
Schmalblättriger Hohlzahn. Er gehört wegen seines typischen Vorkommens auf geschotterten Gleiskörpern zu den sogenannten Eisenbahnpflanzen.
Der Rippenfarn hat, was noch lange nicht jeder Farnart eigen ist: Sporophyllblätter, die sich deutlich von den am Boden liegenden nicht Sporen bildenden Wedeln unterscheiden.
Immer wieder faszinierend in seinem Farbbspiel: Der Feuersalamander. Jedes Individuum hat eine zumindest etwas andere Zeichnung - gut vergleichbar also mit dem unverwechselbaren Fingerabdruck des Menschen.
Wurmfarn. für den Fachmann: Die deutlich unterschiedlich langen Blätter dritter Ordnung im unteren Teil eines Wedels sind ein Unterscheidungsmerkmal zum Karzthäuser-Farn und Dornfarn.
Gelb ist die Blüte, die hier noch auf ihren Ausbruch wartet. Diese Kleeart (Oxalis fontana) ist ein eingeschleppter Neophyt (Neueinwanderer) aus Nord-Amerika.
Auch Bovisten - nicht gerade eine Seltenheit, aber sehr eigentümliche Erscheinungen in der Welt des Lebendigen - sind zu finden. Nahe des Bergrückens des Wendenkopf erscheinen die Fruchtkörper dieses Pilzes stellenweise verstärkt in offenen Radspuren. Kurze Probe mit leichtem Fingerdruck auf die sonderbare Kugel: "jawoll, er raucht wie ein Vulkanschlot" - Die Sporen des Bovisten fliegen zu Tausenden davon.
Hier im Obersten "Vegetationsgürtel" des Wendenkopf findet sich endlich ein schön ausgebildeter Traubeneichenwald (Quercus petraea). Ab und an schalten sich andere Arten ein.
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