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Der Zaunkönig: Vogel des Jahres 2004(2004). Alljährlich verweist der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) mit der Wahl eines 'Vogel des Jahres' auf die abnehmenden Existenz-Möglichkeiten und mögliche Verbesserungen für die Vogelwelt. Mit dem Zaunkönig hat der NABU 2004 eine der kleinsten heimischen Vogelarten zum Vogel des Jahres gewählt. Als bereits bekannter Sympathieträger steht er stellvertretend für viele andere Garten- und Parkbewohner. Verbunden mit dieser Kür des Zaunkönigs im Jahr 2004 ist ein Aufruf zur Entwicklung strukturreicher Grünflächen mit dichtem Unterholz. Weiter ist es ein Appell zum Erhalt naturnaher Bachauen.Wer dem Zaunkönig effektiv mehr Chancen bieten möchte, sollte sich für mehr Wildnis und Natur einsetzen - auch im eigenen Garten! Allgemeine ZusammenfassungDer Zaunkönig wirkt gewisser Weise vorwitzig, wenn er sich aus Unterholz eben mal hervor wagt und 'lautstark zur Wort meldet'. Dieses Bild wird dann häufig als Symbol für eine natürliche, vielfältige Umwelt begriffen. Als 'Vogel von Welt' erstreckt er sein Brutgebiet von Nordamerika auf weite Teile Asiens, auf Europa und Nordafrika. In Mitteleuropa ist der Vogel sogar das ganze Jahr anzutreffen.Obwohl ihn sein wissenschaftlicher Name als 'Troglodyt', also als Höhlenbewohner ausweist, ist er dort eher selten anzutreffen. Ihm begegnet man durchaus in verschiedenen Lebensräumen, wobei sich bestimmte Vorlieben deutlich nachweisen lassen. Er bevorzugt untertiolzreicheWälder und Feldgehölze. Aber auch Gärten und Parks, die ausreichend Deckung für ein ungestörtes Brutgeschäft bieten. Am wichtigsten für die Wahl seines Reviers scheint der Faktor Sicherheit zu sein. Eine dichte Vegetation in Bodennähe bietet dem Zaunkönig wichtige Unterschlupfmöglichkeiten. Lebensnotwendige Deckung findet dieser Vogel er aber auch an Natursteinmauern, und selbst künstliche Nisthilfen unterschiedlicher Art können seinen Ansprüchen genügen. Der erste Eindruck vom Zaunkönig ist oft ein flüchtiger. Fast wie Mäuse huscht er in unmittelbarer Bodennähe von einem Versteck zum nächsten. Seine kompakte Gestalt und seine runden Flügel sind perfekt an Leben und Fortbewegung in dichtem Gestrüpp angepasst. Aufmerksam werden die meisten Menschen auf den Zaunkönig oft erst durch seinen lautstarken Gesang. Hierzu verlässt das Männchen auch schon mal das schützende Dickicht, setzt sich auf exponierte Warten und reklamiert mit seinem Gesang das gewählte Revier für sich. Dieses wird von ihm in der Brutzeit auch einsatzfreudig gegenüber der arteigenen Konkurrenz verteidigt. Wie bei Singvögeln üblich, gilt der markante Gesang des Männchens vor allem den 'Zaunköniginnen', die es auf diese Weise in sein Revier lockt. Schon im März beginnt 'er' mit dem Nestbau. Für den Bau der charakteristischen Kugelnester mit dem seitlichen Einschlupfloch nutzt der Zaunkönig feuchte Blätter, Halme, Wurzeln und kleine äste. Aus Sicht des Menschen gilt er geradezu als 'bauwütig'. Er bietet dem Weibchen nämlich direkt mehrere kugelige Nester zur freien Auswahl. Wählt das Weibchen schließlich eines der angebotenen Nester aus, steht der Paarung nichts mehr im Wege. KennzeichenDer kleine rundliche Vogel mit braun gebänderten Gefieder fällt besonders durch seinen steil aufgerichteten Schwanz auf. In Unterholz ist die Gefiederfärbung eine recht gute Tarnung. Der Schnabel ist dunkel, leicht gebogen und spitz. Dies zeigt klar, dass er ein Insektenjäger ist. Männchen und Weibchen sind gleichfarbig. Die Jungvögel unterscheiden sich im aussehen kaum von den Altvögeln.LautäußerungenEinzig das Männchen singt. dabei dreht es den Kopf nach links und rechts. Der Reviergesang ist laut schmetternd und bis zu 500 Meter weit zu hören. Der Gesang erreicht eine Lautstärke von bis zu 90 Dezibel. Bei verschiedenen Anlässen gibt das Männchen in kleinen Abständen einen tickenden Laut ab: "tik" bzw. "tek". Bei Erregung erklingt ein "tserrr" oder "zerrr". Der Gesang ist unverwechselbar, jedoch ähneln die kurzen Rufe denen des Rotkehlchens, das sein hartes "tick-ick-ick-ick" in doch deutlich schnellerer Reihenfolge hören lässt.NahrungZaunkönige ernähren sich fast ausschließlich von tierischer Nahrung: vor allem Spinnen bzw. Weberknechte, Insekten, daruner vorwiegend Motten und Fliegen und deren Eier und Larven. Durch seinen kleinen Wuchs und dem kleinen, spitzen Schnabel gelingt es dem Zaunkönig, in kleinste Spalten und Ritzen einzudringen. Die Nahrung wird so weit möglich in Bodennähe, im Wurzelwerk oder in Reisig aufgenommen.NestDas Zaunkönigmännchen baut zumeist mehrere Nester. Das Weibchen wählt eines aus, welches es dann für das Heranziehen der Jungen polstert. Dieses kugelförmige Nest mit seinem seitlichen, runden Eingang wird oft in Wurzeltellern umgestürzter Bäume oder in ausgewaschenen Wurzelstöcken an Bachufern gebaut. Aber auch an ungewöhnlichen bizarren Stand- orten wie in Konservendosen oder zwischen Holzbalken finden sich Nester.Brutzeit/BrutdauerIn der Zeit von Ende April bis Anfang Mai beginnen die meisten Zaunkönige mit ihrer Eiablage. Nur das Weibchen brütet, nachdem es zwischen 5 und 8 Eier gelegt hat, die jeweils nur 1,36 Gramm wiegen und mit rund 17x12,5 mm sehr winzig sind. 14 bis 18 Tagendauert es, bis die Jungen schlüpfen. Wenn sie dann 10 bis 15 Tage - vor allem vom Weibchen - gefüttert wurden, werden sie vom Weibchen aus dem Nest gelockt, bis sie dann fast alle am gleichen Tag mit dem Fleigen beginnen. Allerdings bleibt der Familienverband noch für einige Zeit zusammen. Das Weibchen ist dabei hauptverantwortlich fü den Nachwuchs.WanderungenIn Mitteleuropa zeigt sich der Zaunkönig vorwiegend als Standvogel. Dennoch verlassen viele Vögel dieser Art im Herbst als Strichvögel ihr Sommerrevier und streifen dann auf der Suche nach günstigen Nahrungsangeboten umher. Sie überwintern in dieser Zeit in der Nähe von Gewässern. Jungvögel ziehen häufiger in Richtung Süden, was durch die Auswertung beringter Tiere von den Fangstationen belegt wird. Die Überwinterer können durch lange Schnee- und Frostperioden durchaus dezimiert werden. In solchen Fällen hat sich in der Regel aber nach wenigen Jahren der Bestand wieder erholt.LebensraumDer Zaunkönig hält sich vor allem im Gebüsch und Dickicht von Gärten, Parks und Wäldern auf. In der offenen Kulturlandschaft ist er nur anzutreffen, wenn ihm zumindest einzelne Gehölze Schlupfwinkel bieten.Der Zaunkönig nimmt Vorlieb mit Bachauen mit freigespültem Wurzelwerk und deckungsreichen Schling- oder Kletterpflanzen. VerbreitungDer Zaunkönig ist weltweit verbreitet. In Europa findet er sich vor allem auf den Inseln, wie zum Beispiel auf Island, auf den Färöer Inseln, den Shetland-lnseln oder auf Korsika und Sardinien. Auf allen Inseln gibt es jeweils Unterarten, die in Aussehen oder Größe leicht von der Nominatform bzw. auf dem Festland vorkommenden Form abweichen.Bestand und SiedlungsdichteDer Zaunkönig gehört in Europa noch zu den häufigsten Vogelarten. So wird alleine in Großbritannien sein Bestand auf rund neun Millionen Brutpaare geschätzt. In der Liste der Brutvögel Deutschlands sind 1,5 bis 2,2 Millionen Brutpaare angegeben. Berechnungen zur Siedlungsdichte, die sich üblicherweise auf Brutpaare pro Hektar beziehen, sind beim Zaunkönig wenig hilfreich, weil er vielfach 'linear' anzutreffen ist, zum Beispiel entlang von Bächen und Flüssen.BestandsentwicklungZaunkönige reagieren sehr empfindlich auf strengeres Winterwetter. In verhltnismäß kalten Wintern gehen die Bestände deutlich zurück. Sie können dagegen in wenigen warmen Jahren wieder anwachsen. Abgesehen von derlei klimabedingten Schwankungen gilt der Bestand des Zaunkönigs als 'über Jahre stabil'. |
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