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NSG Steinbruch Leimen - Brücke Nordumgehung L600

(5.9.2005, Leimen/Region, Thomas Hartmann). (zusätzliche Archiv-Fotos mit Text: 25.07.2010)

Freie Fahrt für das Elsenztal

(Thomas Hartmann). Das Innenministerium Baden-Württemberg hatte mit viel Prominenz (Fotos) zur Verkehrsfreigabe der Leimener Ortsumgehung der Landesstraße 600 eingeladen.



1,73 kilometer lang ist die gesamte neueröffnete Nordumgehung. 8,6 Millionen € kostete der Bau. Die sogenannte Nordumgehung mündet in Rohrbach beim Gewerbegebiet in die Karlsruher Straße.
Begrüßungen und Ansprachen kamen nicht nur von Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner sowie dem Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Leimen Wolfgang Ernst und Heidelbergs 1. Bürgermeister Professor Dr. Raban von der Malsburg.



Per Banddurchschnitt wurde die Straße feierlich der Öffentlichkeit übergeben, und Hauptredner war das Mitglied des Landtages und Innenminister des Landes Heribert Rech, der von einem hier besonderen Bauprojekt sprach. "Die Nordumgehung ist ein sehr anspruchsvolles Projekt, das höchsten Anforderungen an Bautechnik und Baulogistik stellte", so Rech, "die Stadt Leimen ist nun vom Durchgangsverekehr befreit." Auch Fahrradfahrer kommen jetzt in den Genuss der Gefäll-Strecke

Foto: Der erste offizielle -legale- Radfahrer der Nordumgehung.

Mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,28 Prozent überwindet die Landstraße L 600 in kurvenreichem Verlauf 126 Höhenmeter. Mit der Nordumgehung soll der Ost-West Durchgangsverkehr zwischen der Rheinebene und dem Elsenztal nördlich an Leimen vorbei geleitet werden. Profitieren werden unter anderem Pendler aus Gaiberg, Bammental, und dem Leimener Ortsteil Gauangelloch. Auch für Bammentaler ist die Umgehung der langgezogenen 30-km/h-Zone um die Leimener Brauerei und oft Minuten lang aufhaltende Ampel am Kurpfalzzentrum sehr willkommen.

Zentrales Bauwerk von insgesamt vier Brücken ist die 179 Meter lange Stahlverbundbrücke, die in einem Bogen von 375 Metern das empfindliche Naturschutzgebiet "Steinbruch Leimen" überquert. Eine Salzsole-Sprühanlage soll die Vereisung und Schneebelag auf der witterungssensiblen sehr exponierten Brücke verhindern.



Umfassende Auflagen der Naturschutzverwaltung mussten beim Bau der Brücke beachtet werden. Fachleute auch aus Verbänden wie der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (B.U.N.D.) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) brachten sich in die Entwicklung der Bauplanung mit ein. Ob sich Sperber, Fledermäuse und andere, seltene und unter Schutz stehende Arten trotz zukünftigem Verkehrslärm hier halten beziehungsweise wieder einfinden, wird schon des Erfahrungswertes wegen aufmerksam beobachtet, so Kreis-Naturschutzwart Thomas Hartmann. Auch die Frage, ob von der Taumittelsprühanlage der Brücke her absteigende salzhaltige Sprühnebel die Vegetation unter der Brücke beeinflussen, ist eine offene Frage.

Mit Bodenbewegungen von rund 133.000 Kubikmetern - das entspricht etwa 190 Einfamilienhäsern - entstanden um die Nordumgehung bis zu 12 Meter hohe Dämme (Foto).
Wenn sich allerdings auf den steilen Hanglagen der Dämme interessante Areale für seltene Tierarten herausentwickeln, hätte das Projekt aus Sicht des Artenschutzes einen klaren Pluspunkt.

Foto: Die für manchen durchaus landschaftlich reizvolle kleine Brücke erstreckt sich oberhalb des Brückenkopfes der großen Brücke. Sie ermöglicht die ungefährliche Überquerung der Landstraße für den Auto-, Zweirad- und Fußgängerverkehr (Foto: Mareno.net)