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Evangelischer Frauengesprächskreis im Duft- und Heilkräutergarten
Bammentaler Duft- und Heilkräutergarten: Rötelmäuse, Ziegenaugengras und Wildkräuterbowle
(07.2007, Bammental, Thomas Hartmann). Vorstand Michel Rauch begrüßte im Bammentaler Duft- und Heilkräutergarten den Frauen-Gesprächkreis der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde. Angesagt war eine Führung für Interessierte in dieser seit einigen Jahren als Garten gestalteten unteren Etage des Alten Friedhofs. '"Der "Bammentaler Mauerfall"im Jahr 2005 löste nach seinem unbändigen Steinschlag gleich noch eine zweite Lawine aus", so war seitens der anwesenden Vereinsvertreter zu erfahren. Es war dies eine kleine Lawine an Medieninteresse, Spenden und praktischen Einsätzen. Das bewies bereits, dass der Duft- und Heilkräutergarten nur wenige Jahre nach seiner Gründung ein weit über Bammental hinaus bekanntes Markenzeichen dieser Elsenzgemeinde geworden war.
Auch Auswärtige pflegen das Wahrzeichen Bammentals
Nicht zuletzt kommen selbst die ehrenamtlichen Gartengestalter bzw. 'Beetpaten' inzwischen beispielsweise sogar aus Heidelberg, Leimen-Gauangelloch und Wieblingen regelmäßig um zu buddeln, pflanzen und Duft- und Heilkräuter zu genießen.
Weites Spektrum: Rosen, Rosenkäfer und alte Getreidesorten
18 Teilnehmer nahmen an dieser jüngsten kompletten Begehung in allen Abschnitten teil. So waren die evangelischen Frauen von den alten Rosensorten in voller Blüte entzückt. Ein bunt schillernder Rosenkäfer wurde auch entdeckt. Uralte Gräser- beziehungsweise Getreidearten mit seltsamen Zeichnungen und Furchen an der Pflanze faszinierten manchen über viele Minuten lang. Denn in einem anderen Abschnitt, dem 'Biblischen Garten' wachsen auch Urpflanzen vieler Getreidesorten. Dazu gehören das Gänsefußgras und das älteste kultivierte Getreide, nämlich das Ziegenaugengras.
Der 'alt hergebrachte' Bauerngarten mit Kräutern, Gemüse und Schmuckpflanzen präsentierte sich neben dem Duftgarten, der noch lange nicht nur mit Minzen und Melissen den Riechzellen der Evangelen schmeichelte. Im Apothekergarten fanden sich die auch heute noch schlagkräftig wirkenden Pflanzen wie Beinwell und Frauenmantel, die schon vom Namen her ihren medizinischen Wirkungsbereich deutlich erahnen lassen.
Pädagogische Gartenarbeit
Neben einer Kerntruppe von erwachsenen Mitgliedern gestalten inzwischen vielfach auch weitere Helfergruppen im Garten mit. So war bei der Führung zu erfahren, das eine Schulklasse bisher an der Aussaat, am Setzen von Sonnenblumen aber auch mit dem Gießdienst Verantwortung und Spaß an der Natur kennen gelernt haben. Konfirmanden haben im Herbst ihr Praktikum hier gemacht. Die Pfadfinder aus Bammental garantieren überdies per wiederkehrendem Heckenschnitt, Jäten und mit Sondereinsätzen ein abgerundetes Bild in und um den Garten herum. Buchszweige wurden dabei von den Katholiken aus dem Schnittgut erlesen und konnten für Palmsträuße gekonnt wieder in Wert gesetzt werden.
Achtsamkeit gegenüber Schnecken
Was denn hier im bewusst sehr naturnah gepflegten Garten mit den Schnecken passiere, wollte man wissen. Rauch erklärt hierzu überzeugend: "Wir akzeptieren, dass die Natur eigene Gesetze hat. Ablesen und weiter weg in den Wald tragen, ist bei zuvielen die Pflanzen schädigende Schnecken angesagt&qout;. Man sollte jedoch als Gärtner wissen, gab Rauch zu verstehen, "Schnecken sind achtfach stärkere Humusbildner als Regenwürmer".
Riesige Trockenmauer und Bienenweiden für Nachtfalter und Co.
Diese Ansichten und Methoden scheinen zu genügen, denn offensichtlich ist der Bestand an Bienenweiden und andere Nahrungsquellen für eher seltener vorkommende Insekten sehr beachtlich. Bis in die 80er Jahre war hier so genutzter Friedhof. Dann als Deponie sei der 'ausrangierte' Friedhofsabschnitt bis vor 10 Jahren annähernd Schmetterlingfrei gewesen. Jetzt dagegen sind hier im Garten erfreulicher Weise einige sogenannte 'standorttreue Arten' zu Hause, bestätigen Schmetterlingsexperten nach ständigem Beobachten des Gartens. Über 40 verschiedene Arten Nachtfalter wurden von den Bammentalern Schmetterlingsexperten Jutta und Ulrich Bastian schon gezählt. Man geht nach vorsichtiger Einschätzung auch von einem Vorkommen von 40 Tagfalter-Arten aus, wobei die große, sehr hohe, nach altem Vorbild wiederhergestellte Friedhofsmauer eine beachtliche Rolle spiele.
Rötelmäuse, Eidechsen und andere Gartenhelfer
Ein Höhepunkt bei der Führung waren da noch zwei Rötelmäuse, die sich ab und an ein kurzes aber bemerkenswertes Stelldichein vor der Gruppe gab. "Die wohnen hier schon länger zusammen mit Eidechsen in den Steingärten und der alten Mauer" wurde da aus den Reihen der naturliebenden Gartenhelfer wie selbst verständlich bemerkt.
Optischer Volltreffer: Duft- und Wildkräuterbowle
Solche vielseitigen Erfahrungen auf so kleinem Areal wie der Garten gingen durchaus noch weiter zu unterstreichen. Wildkräuterspezialistin Marina Wilhelm, die auch eine Beet-Patenschaft übernommen hatte, servierte abschließend mit Zutaten aus dem Garten echten Natur-Lifestyle: eine für das Auge als Wohltat und für die Zunge als Gaumenkitzler attraktive Duft- und Wildkräuter-Bowle. Die so vielfach faszinierten Teilnehmer ließen sich nach der Führung noch viele Minuten fachkundig am Büchertisch beraten und verköstigen.
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