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NSG Schwetzinger Wiesen-Riedwiesen
NSG-Abschnitt Backofen-Riedwiesen bei Brühl-Rohrhof/Baden
Fauna und Flora - eine Auswahl
Von einem Gang im südlichen Teil des Naturschutzgebietes (NSG) stammen die folgenden Naturaufnahmen. Ein paar Übersichtsaufnahmen sollen einen kleinen Eindruck von der tatsächlich viel größeren Ausdehnung der feuchten, geschützten Wiesen um Brühl geben.

Gelbes Labkraut, auf den Wiesen zarte Rasen bildend, prägen einige Abschnitte der feuchten Wiesenböden.
Nicht selten in Deutschland aber auch im Kleinen sehr schön anzusehen steht teils erhaben: das hell gelb blühende Leinkraut an einigen Böschungen. Es wird auch Frauenflachs genannt. Die bläulichen pfeilartigen Blätter auf dem Bild rechts gehören allerdings zu einem Lattich.
Ein Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis; Blüte), dessen wissenschaftlicher bzw. lateinischer Name auf seine blutstillende Eigenschaft hinweist. Man sagt der Pflanze nach, beim Auflegen von Pflanzenteilen auf eine blutende Wunde würde der Wundverschluss gefördert, bzw. die Teile würden das Blut sozusagen aufsaugen. Sanguisorba = die Blutsaugende. Eine Überraschung für angehende Blütenkenner mit Lupe: Der Wiesenknopf ist ein Rosengewächs (Rosacaea). Die Blütenstände ragen oft deutlich aus der im Wesentlichen niedriger gedeihenden Wiesengesellschaft heraus.
Für manchen mächtig beeindruckend, vielleicht durch einen Blitz deformiert: Eine an der Basis verzweigte, alte aber prächtig tragende Silberweide mit Hohlstamm.
Die Wilde Karde zeigt sich gelegentlich auch in Siedlungen. Hier hat sie jedoch sicher mehr Platz, sich zu entfalten und mit ihren igeligen Blüten zu imponieren und in ihren Blattachseln immer wieder Regenwasser zu sammeln. Früher vemutete mancher, die Pflanze sei Fleisch fressend, da in den Pfützchen der Blattachseln immer wieder ertrunkene Insekten schwammen.
Die Wilde Möhre. Es ist im Gegensatz zur gezüchteten Form, meist gar nicht viel Masse dran an der Rübenwurzel, doch wer als Erkennungszeichen die tief-rote Blüte inmitten des Doldenschirmes betrachtet und den Möhrenduft an den Blättern riecht, der hat auf der Suche nach Sinn-vollen Erfahrungen schon gewonnen.
Typischer Weise nach Norden und Süden richtet der Kompasslattich sehr oft alle oder einige Blattflächen aus. die Blätter stehen dabei auch auffallend hochkant.
Dieser Beinwell hat weiße Blüten. Ein Zufallstreffer für Naturbegeisterte. Denn eigentlich ist er als violett blühend beschrieben.
Vorsicht: Weißer Steinklee enthält eine Menge Cumarin und ist damit bei Verzehr dem Waldmeister in seiner Wirkung recht ähnlich. Wer kontrolliert Cumarin genießen möchte kauft sich vielleicht lieber die herkömmliche grüne Waldmeister-Brause.
Ein kleiner Höhepunkt im NSG besonders auch im ursprünglichen Wortsinne: zweihäusig präsentiert sich hier an die sieben Meter hoch Wilder Hopfen, der hier mit einer Blüte eines Nachtschattengewächses gespickt wurde. Die männliche Blüte des Hopfens findet sich nicht in den Hopfengärten bzw. Hopfenfeldern der Hopfenbauern, da als lukrative fruchtträger nur die weiblichen Pflanzen von den Bauern zum Hopfen zupfen (landläufig in der Kurpfalz: Hopfezopfe) gezogen werden. Die männliche Blüte kann hier im NSG jedoch bestaunt werden.
Ein schon seltener Anblick bietet die für feuchte Standorte typische Wiesensilge (Silaum silaus), die auch Roßfenchel genannt wird.
Eine von sehr vielen in unseren Breiten vorkommenden Wolfsmilchgewächsen: die Eselswolfsmilch.
Ein Käfer aus der Gattung Chydra.
Auf dem Zufahrtsweg zum NSG in Richtung des großen Sees fällt linker Hand an der Abfahrt Richutung Süden ein Exemplar von Carduus acanthoides x nutus auf. " Einfache Lagebeschreibung in Form eines "Teekesselchens": Eine Kreuzung an der Kreuzung.
Besucherhinweise:
Das Naturschutzgebiet (NSG) erscheint dem Besucher ausgedehnt und die Wege sind teils sehr weitläufig. Es empfiehlt sich daher, auf einer der großen Tafeln oder einer anderen Gebietskarte seine Route vorab fest zu legen. Nicht alles, was im NSG wie ein Weg aussieht, darf betreten werden - Hinweisschilder geben hierüber an entsprechender Stelle Auskunft. Naturschutzwarte, der Naturschutzbund Deutschland (NABU)und ein Feldschütz betreuen die NSGe in Brühl und Schwetzingen und weisen bei einer Begegnung gerne auf derzeit attraktive Stellen und Besonderheiten im Gebiet hin.
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