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Naturschutz, Landschaftsschutz, Artenschutz, Biotopschutz

Vögel füttern und bestimmen:
Balkon, Garten und Park als Beobachtungspunkt

'Stunde der Wintervögel' vom 6. bis 8. Januar 2012 lädt zum Mitmachen ein

(1.1.2012, NABU). Wenn vom 6. bis 8. Januar zum zweiten Mal die bundesweite 'Stunde der Wintervögel' statt findet, dann ist das Vögel füttern eine Möglichkeit, die Piepmätze in aller Ruhe zählen zu können.

Balkon, Garten und Park als Beobachtungspunkt sind dabei nur Beispiele, wo dies gut möglich ist. Mit dieser Empehlung ruft der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Mareno.net alle Naturfreunde auf, eine Stunde lang Vögel am Futterhäuschen, aber auch im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und weiter zu melden.

Gezählt werden soll ausschließlich im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder im freien Feld. Bereits bei der ersten Aktion beteiligten sich mehr als 85.000 Naturfreunde.

Eine besondere Ausbildung bzw. Qualifikation außer Freude und Interesse an der Vogelwelt ist für die Zählung nicht nötig. Unter den Teilnehmern werden Preise verlost wie eine naturkundliche Reise, zahlreiche Bücher, Futtersäulen und andere Sachpreise (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen). Die Auswertung der Meldungen kann sogar live im Internet verfolgt werden.

Von besonderem Interesse sind vertraute und oft weit verbreitete Arten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Geklärt werden sollen Fragen wie "Wo genau kommen Sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden, wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel aus?"

"Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen", betont Andreas Diebold vom NABU-Hockenheim.

Während es bei der Schwesteraktion 'Stunde der Gartenvögel' im Mai um die in Deutschland brütenden Arten geht, stehen im Januar jene Piepmätze im Blickpunkt, die auch bei Schnee und Kälte bei uns ausharren. Neben den sogenannten Standvögeln, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzlich Gastvögel beobachten, die im Winter aus noch kälteren Regionen im Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Bei Nahrungsengpässen tauchen in manchen Wintern in riesiger Zahl auch Invasionsvögel wie Seidenschwanz, Erlenzeisig oder Bergfink auf.

Auch werden immer mehr sogenannte 'traditionelle' Zugvögel gemeldet, die sich vermutlich wegen der milderen Winter den Zug in den Süden sparen. "Diese Beobachtung haben wir vereinzelt auch schon gemacht", erläutert Diebold. "Die Mönchsgrasmücke zum Beispiel überwintert immer öfter bei uns und selbst das Hausrotschwänzchen wird gelegentlich gesichtet."

Besondere Aufmerksamkeit verdient dieses Mal jedoch die Amsel. Besonders im Blickfeld: Wird sie ihren dritten Platz in der Häufigkeit hinter Kohlmeise und Haussperling halten können? Schon das trockene, regenwurmarme Frühjahr hatte zu Rückgängen geführt. Zusätzlich kam es im Sommer bei uns zu einem Amselsterben, bei dem vermutlich das tropische Usutu-Virus eine erhebliche Rolle gespielt haben könnte. Wie sehr sich dies Phänomen auf die Bestände auswirkte, wird die 'Stunde der Wintervögel' nun möglicherweise zeigen.

Und so zählt man perfekt: Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Diese Beobachtungen können am 7. und 8. Januar von 10 bis 18 Uhr unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1157-115 – oder bis zum 16.1.2012 einfach im Internet unter www.stundederwintervoegel.de gemeldet werden.

Als Hilfe stehen online eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Arten sowie Tipps zur Winterfütterung und zum vogelfreundlichen Garten zur Verfügung.