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Naturschutz, Landschaftsschutz, Artenschutz, Biotopschutz

Alles Mogelpackung: Der Begriff 'Biosprit'

(7.10.2011, Rettet den Regenwald e.V.). Am 7.10.2011 haben 168 Wissenschaftler aus aller Welt gemeinsam ein Schreiben an die EU gerichtet. Damit warnen sie vor dem sogenanntem Biosprit. Schon mehrfach wurde seitens verschiedener Umweltschutz-Organisationen angemahnt, das Pflanzenenergie vom Acker keinesfalls CO2-neutral sein muss, was jedoch die Europäische Union (EU) behauptet. Zu den Wissenschaftlern gehört auch der Nobelpreisträger Kenneth Arrow, Professor Emeritus an der Stanford University und Daniel Kammen, Cheftechniker vom Resort für erneuerbare Energien der Weltbank.

"Biosprit ist aus wissenschaftlicher Sicht ganz klar nicht klimaneutral", so die Forscher. Hierfür würden Regenwälder gerodet und Lebensmittelpreise zum Leid unterernährter Menschen verteuert.

Für bisher zur Nahrungsmittelproduktion genutztes Land wird umgewandelt, um darauf Agrosprit-Pflanzen anzubauen. Hierdurch dehnt sich die Landwirtschaft an anderen Orten ausgleichend weiter aus. Folge sind unter anderem Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme. Das gilt besonders für tropische Gebiete der Entwicklungsländer, begründen die Wissenschaftler.

Dieser Prozess findet bereits statt. Die Wissenschaftler erläutern weiter in ihrem Schreiben: "Wenn die Landnutzungsänderungen von der EU nicht berücksichtigt werden, kann das Ziel für erneuerbare Energie (im Verkehrssektor) nicht zu echten CO2-Einsparungen in der Praxis führen."

Leider, so der Verein 'Rettet den Regenwald', liefen immer noch vehemente Versuche der EU-Kommission, ihre gescheiterte Politik mit dem schädlichen Agrarsprit fortzusetzen. Dazu habe die Kommission eigens in Auftrag gegebene Studien zurückgehalten oder umschreiben lassen, da sie unverfälscht nicht die gewünschte CO2-Einsparungen durch Agrosprit belegen kann.

Um die von der EU vorgegebenen mindestens 10 Prozent erneuerbare Energien im Verkehrsbereich zu realisieren, müssten Millionen ha Ackerland mit speziellen Pflanzen belegt werden. Dazu kommt, dass Europa zur Einhaltung seiner Pläne auf weiter steigende Importe von Biodiesel aus Ölpalmen, Soja und Ethanol aus Mais und Zuckerrohr angewiesen ist.

Sowohl EU wie auch die Bundesrepublik Deutschland sollen in diesen Belangen nun endlich handeln. Exzessiver Energieverbrauch durch fossile Rohstoffe auf Agrarenergien umzustellen ist schlecht - drastische Drosselung des Verbrauches besser. Sogenannte Spritfresser sollten nicht mehr produziert werden und öffentliche Transportsysteme ökologisch ausgebaut werden.


Unser Leitsatz: Naturschutz Mareno.net denkt ganzheitlich - denn Natursysteme kennen keine Staatsgrenzen.